Projektförderung:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Kooperationspartner:

Tilia GmbH (Zuwendungsempfänger)
Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement (IIRM), Universität Leipzig

Standort

Leipzig

Laufzeit

06.2013 bis 09.2014

 

Zielsetzung des Vorhabens

Obwohl vollbiologische Kleinkläranlagen (KKA) als dauerhafte Lösung der Abwasserreinigung anerkannt sind und auch bereits in großem Umfang Anwendung finden, stehen Informationen zur ökologischen Nachhaltigkeit der Herstellung und des Betriebs dieser KKA bisher nicht zur Verfügung. Bedingt durch eine Vielzahl von Anlagentypen und mangels verständlicher Entscheidungskriterien stehen Interessenten, Anwender und lokale Entscheidungsträger der Marktvielfalt zudem oft hilflos gegenüber.

Ziel des Projekts war die Analyse und Entwicklung eines Standards für die Bewertung der Ökoeffizienz von Kleinkläranlage (KKA), der durch Praxisnähe und leichte Anwendbarkeit auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) geeignet ist.

Die damit erzielbaren Bewertungsergebnisse sollten Informationen zu der mit dem gesamten Lebenszyklus der KKA verbundenen Ressourceninanspruchnahme (einschließlich resultierenden Umweltwirkungen) liefern und darauf aufbauend an ausgewählten Nachhaltigkeitszielen ausgerichtete Entscheidungen zur Auswahl geeigneter Anlagentypen und zur Produktoptimierung unterstützen. Insbesondere wurde angestrebt, Informationen zu generieren, die die aufgrund umweltrechtlicher und –behördlicher Vorgaben zu erbringende Reinigungsleistung durch KKA im Einklang mit einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen bei gleichzeitig möglichst geringer Kostenbelastung des Betreibers ermöglichen.

 

Arbeitsschritte und angewandte Methoden

Es ist davon auszugehen, dass sich die verschiedenen KKA-Anlagentypen in Vorhandensein und Ausprägung deutlich unterscheiden und somit deren Lebenszyklus mit einer unterschiedlichen Ressourceninanspruchnahme (einschließlich Umweltwirkungen) und Kosten verbunden ist. Basierend auf den verschiedenen Systemabgrenzungen wurden für die Anlagentypen Standardausprägungen der einzelnen Untersystemeinheiten beschrieben. Darauf aufbauend wurden vergleichende Bewertungen der Ökoeffizienz der unterschiedlichen Anlagentypen vorgenommen und Indikatoren zur Bewertung der Ökoeffizienz identifiziert.

Die Bewertung der Umweltwirkungen des betrachteten Untersuchungssystems „KKA“ erfolgte über Angaben zu der mit ihm verbundenen Ressourceninanspruchnahme (einschließlich Umweltwirkungen). Dazu wurden verschiedene Indikatoren genutzt.

Daraus ließen sich neben einem Gesamtökoeffizienzwert für verschiedene Anlagentypen über deren gesamten Lebenszyklus zusätzlich unterschiedliche Einzelindikatoren zur Ökoeffizienzbewertung und Interpretation des aggregierten Bewertungsergebnisses ableiten.

Bei der Entwicklung des Standards wurde der gesamte Lebensweg des Produkts (KKA), von der Rohstoffgewinnung über die Anlagenherstellung und -nutzung bis zur Entsorgung anfallender Reststoffe und Bauteile betrachtet. Die resultierenden Umweltwirkungen wurden systematisiert und in geeigneter Form aggregiert. Außerdem ist zu diskutieren, inwiefern neben Kostenkenngrößen andere Indikatoren zur Bewertung des Produktsystemnutzens herangezogen werden können oder sollten.

Ergebnisse

Als Ergebnisse dieses Vorhabens wurden die entscheidenden Einflussgrößen auf die Umweltwirkungen und die Ökoeffizienz des Lebenszyklus der KKA beschrieben. Darauf aufbauend wurde ein Indikatorenset vorgestellt, das eine vereinfachte Bewertung der Ökoeffizienz von KKA unter Bezug auf die identifizierten Einflussgrößen ermöglicht.

Damit stehen Herstellern Informationen zur Ermittlung von Umweltaspekten ihrer Anlagenbaureihen zur Verfügung. Die Verortung des eigenen Produkts im Vergleich zu durchschnittlichen Ökoeffizienzwerten am Markt verfügbarer Produkte 

sorgt für Transparenz und Vergleichbarkeit und schafft einen Anreiz, die Ökoeffizienz des eigenen Produkts zu verbessern. Durch die Möglichkeit, Umweltwirkungen einzelnen Produktbestandteilen und Prozessschritten direkt zuzuordnen, wird es dem Hersteller erleichtert, gezielte Produktverbesserungen vorzunehmen. Zusätzlich wird es mit Offenlegung und Erläuterung des Berechnungsverfahrens für Hersteller wie auch fachlich vorgebildeten Laien möglich, Ökoeffizienzangaben für Standardtypen von KKA an regional spezifische Gegebenheiten anzupassen und selbstständig Ökoeffizienzwerte zu ermitteln.