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Zielsetzung des Vorhabens

Die integrative Überführung innovativer Technologien und Managementinstrumente in die wasserwirtschaftliche Praxis der Partnerländer zur Anpassung des steigenden Wasserbedarfs 

an das hoch-variable Wasserdargebot (Dürren, Hochwässer) unter Berücksichtigung der Robustheit der Wasserressourcensysteme.

Arbeitsschritte und angewandte Methoden

Das Untere Jordantal ist aufgrund der semiariden klimatischen Bedingungen, der begrenzten Wasserverfügbarkeit und des stetig steigenden Wasserbedarfs durch extreme Wasserknappheit gekennzeichnet. Zur weiteren Verschlechterung dieser Wasserversorgungslage tragen die Wasserverschmutzung, insbesondere durch ungeklärte Abwässer, eine ineffiziente Wassernutzung sowie die unzureichend integrierte Bewirtschaftung entscheidend bei.
Charakteristisch für die klimatischen Bedingungen dieser Region ist die extrem hohe zeitliche und räumliche Variabilität verfügbarer Wasserressourcen sowie die zeitlich gegenläufige Dynamik des Wasserbedarfs: In Zeiten des höchsten Bedarfs herrscht das geringste Wasserdargebot. Dies führt zu temporär extremen Engpässen in der Wasserversorgung.
Zur Anpassung des Wasserdargebots an den Bedarf sind für diese regionenspezifischen Bedingungen angepasste Wassertechnologien und Bewirtschaftungskonzepte erforderlich. Dabei wird insgesamt ein grenzüberschreitender Ansatz verfolgt, welcher die wasserwirtschaftliche Planung und Wasserbewirtschaftung integriert und partizipativ beiderseits des Jordan ermöglicht.

Das SMART-MOVE Projekt baut auf den Ergebnissen und Erkenntnissen der Projekte SMART I und SMART II auf.
Seit 1978 wird in Jordanien zunehmend die Wiederverwendung gereinigten Abwassers vor allem in der Landwirtschaft im Jordantal umgesetzt. Allerdings ist das Potenzial für die Abwasserbehandlung und Wiederverwendung noch nicht ausgeschöpft. Wie in der „Jordanischen Wasserstrategie 2009-2022“, die mit Unterstützung des SMART-Teams erstellt wurde, definiert wird, strebt das Ministerium für Wasser und Bewässerung (MWI 2009) die Wiederverwendung von insgesamt 200 MCM gereinigten Abwassers bis zum Jahr 2022 an. Zur Erreichung dieses Ziels sollen auch zunehmend dezentrale Abwasserbehandlungsinfrastrukturen zum Einsatz kommen, um damit der wachsenden Wasserknappheit zu begegnen und eine deutliche Verbesserung der sanitären Verhältnisse zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund war die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Systemen zur dezentralen Abwasserbehandlung und Wiederverwendung ein wichtiger Schwerpunkt der bisherigen Forschungsaktivitäten. Der Implementierung eines dezentralen Abwassermanagements in Jordanien steht allerdings ein erheblicher Mangel an technisch und akademisch gut ausgebildeten Fachkräften gegenüber. Darüber hinaus ist das Konzept der dezentralen Abwasserbehandlung und Wiederverwendung bislang nicht in der Bevölkerung verankert. Die Erfahrungen der SMART Projektphasen I und II zeigen, dass in Jordanien einerseits zwar konkrete Anstrengungen zum Ausbau der Siedlungswasserwirtschaft unternommen werden, andererseits aber die Einführung dieser neuen Technologien und Managementkonzepte umfangreiche Auswirkungen auf viele Bereiche der Gesellschaft mit sich bringt. Es existieren Lücken in der theoretischen und der praktischen beruflichen Bildung und Ausbildung an den Universitäten, Fachhochschulen, in der Verwaltung sowie in der schulischen Grundbildung. Diese Lücken können durch eine integrative Bildung und Ausbildung, welche wasserwirtschaftliches Wissen für ein dezentrales Abwassermanagement mit Anwender- und Nachhaltigkeitsbezug systematisch vermittelt, geschlossen werden.

Innerhalb des SMART-MOVE Gesamtprojektes ist das BDZ Teilprojekt in Zusammenarbeit mit der Al-Balqa Applied University, Salt, Jordanien mit folgenden Zielsetzungen integriert:

  • Stärkung der jordanischen Kapazitäten im Bereich der Aus- und Weiterbildung im Sektor „Dezentrales Abwassermanagement“ durch Verstetigung eines Capacity Development (CD) Programms
  • Unterstützung der geplanten Implementierungsvorhaben im Bereich des Dezentralen Abwassermanagements durch die Anbahnung partizipativer Prozesse mittels CD-Maßnahmen

Ergebnisse

Im Rahmen des SMART-Projektes (I und II) wurde in der Nähe der Hauptstadt Amman, in Fuheis, ein Forschungs- und Demonstrationsstandort für dezentrales Abwassermanagement implementiert. Auf der Demonstrationsanlage werden acht dezentrale Abwasserbehandlungstechnologien, zwei Schlammbehandlungstechnologien, drei landwirtschaftliche Versuchsflächen und sechs kleine Gartendemonstrationsflächen ausgestellt. Die Anlage wurde als „Training and Exhibition Trail“ konzipiert, welcher das komplexe Thema der technischen, ökologischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Faktoren eines dezentralen Abwassermanagements aufgreift.

Im aktuellen Projektzyklus wird die institutionelle Verankerung des Demonstrationsstandortes verwirklicht; im Fokus der Konzeption für das zukünftige „Aus- und Weiterbildungszentrum Fuheis“ stehen dabei vor allem die verantwortlichen Verwaltungseinheiten und Betriebe, die für die Umsetzung der Wassertechnologien bedeutsam sind. Dazu werden entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen im technischen Bereich ausgearbeitet. Darüber hinaus soll „Fuheis“ vorbereitet werden, um spezifische Fragestellungen der für Jordanien neuartigen Konzepte wie Abwasserreinigung und Wiederverwendung gereinigten Abwassers grundsätzlich in der Umweltbildung und damit auf breiter Akzeptanzbasis zu verankern.